Silikonfugen sind dauerelastische Bewegungsfugen — etwa in Ecken, an Übergängen und am Wannenrand — und ein Verschleißteil. Werden sie rissig, lösen sich oder schimmeln, sollten sie erneuert werden. Wichtig bei Naturstein: ausschließlich neutralvernetzendes, essigsäurefreies Silikon verwenden, da Essigsäure kalkhaltige Steine verfärben kann. Die Arbeit ist gut selbst zu erledigen.

Kein essighaltiges Silikon

Herkömmliches essigvernetzendes Silikon gibt beim Aushärten Essigsäure ab und kann Marmor, Kalkstein oder Travertin verfärben und angreifen. Für Naturstein immer ein ausdrücklich geeignetes, neutralvernetzendes Silikon wählen — im Bad mit Schimmelschutz.

Wann erneuern?

Silikonfugen halten je nach Beanspruchung einige Jahre. Erneuern ist fällig, wenn die Fuge rissig wird, sich vom Rand löst, spröde ist oder Schimmel zeigt, der sich nicht mehr entfernen lässt. Da die Silikonfuge im Nassbereich abdichtet, ist eine intakte Fuge kein Schönheitsthema, sondern Feuchtigkeitsschutz.

Material und Werkzeug

  • Neutralvernetzendes, natursteingeeignetes Silikon (ggf. mit Schimmelschutz)
  • Kartuschenpistole
  • Fugenkratzer oder Cuttermesser
  • Kreppband
  • Fugenglätter und Glättmittel
  • Reiniger und saugfähige Tücher

Schritt für Schritt

  1. Alte Fuge entfernen: Das alte Silikon mit Fugenkratzer oder Cuttermesser vollständig herausschneiden — Reste behindern die Haftung.
  2. Reinigen und trocknen: Fuge von Silikonresten, Schimmel und Fett befreien und vollständig durchtrocknen lassen.
  3. Abkleben: Beide Fugenränder mit Kreppband sauber abkleben, um gerade Kanten zu erhalten.
  4. Silikon einbringen: Das Silikon gleichmäßig und ohne Lufteinschlüsse in die Fuge einspritzen.
  5. Abziehen: Mit etwas Glättmittel und einem Fugenglätter in einem Zug sauber abziehen.
  6. Band entfernen & aushärten: Kreppband sofort abziehen und das Silikon nach Herstellerangabe aushärten lassen; in dieser Zeit trocken halten.

Typische Fehler

  • Essighaltiges Silikon verwenden → Verfärbungen am Stein.
  • Alte Reste nicht vollständig entfernen → schlechte Haftung, Ablösen.
  • Feuchte oder fettige Fuge → Silikon hält nicht.
  • Kreppband zu spät abziehen → ausgefranste Kanten.

Häufige Fragen

Welches Silikon ist für Naturstein geeignet?

Ein ausdrücklich für Naturstein ausgewiesenes, neutralvernetzendes (essigsäurefreies) Silikon. Essigvernetzendes Silikon kann kalkhaltige Steine verfärben. Für Feuchträume ist Schimmelschutz sinnvoll.

Warum kein essighaltiges Silikon?

Es gibt beim Aushärten Essigsäure ab, die bei Marmor, Kalkstein oder Travertin zu Verfärbungen und Randschäden führen kann. Deshalb bei Naturstein neutralvernetzendes Silikon.

Wie oft müssen Silikonfugen erneuert werden?

Sie sind Verschleißteile und halten je nach Beanspruchung einige Jahre. Werden sie rissig, lösen sich oder zeigen dauerhaften Schimmel, sollten sie erneuert werden.

Kann ich das selbst machen?

Ja, das ist eine gut machbare Heimwerkerarbeit. Wichtig sind vollständiges Entfernen des alten Silikons, ein sauberer, trockener Untergrund, das richtige Silikon und sauberes Abkleben und Abziehen.

Sind Silikonfugen dasselbe wie Mörtelfugen?

Nein. Mörtelfugen sind starr und füllen die Fugen zwischen den Platten. Silikonfugen sind dauerelastisch und sitzen an Bewegungs- und Anschlussfugen, wo sich Bauteile bewegen.

Was tun bei Schimmel in der Fuge?

Oberflächlichen Schimmel kann man reinigen; sitzt er tief, hilft nur das Erneuern. Danach ein Silikon mit Schimmelschutz verwenden und für gute Belüftung und Abtrocknung sorgen.